Der Freitag war zur freien Verfügung. Geplant nach dem bis dahin durchaus anstrengenden Progamm war eigentlich ein leichtes Ausbaumeln. Zwei Mitreisende hatten sich bereit erklärt, für das abendliche Grillen beim Algerier in Carpentras Lammfleisch zu holen. Andere wollten auch den Freitagsmarkt in Carpentras besuchen und wieder Andere wollten einfach mal die Beine hochlegen. Für den Nachmittag teilte sich die Gruppe dann in zwei Teile – die Einen haben an dem Platz an der Quelle oberhalb von Malaucène einfach nur ganz locker ein kleines Spielchen gemacht – die Anderen fuhren noch einmal nach Beaumes de Venise, um dort noch einmal beim Freitagsturnier anzutreten.
Archiv des Monats: April 2011
Und das Chaos gewinnt doch
Nach der Bouletrainingsstunde mit vielen a-ha-Erlebnissen bei den Trainingsteilnehmern und den Begleitenden stand am Nachmittag das Turnier in Carpentras an. Das Boulodrome von Carpentras, für mich das schönste, das ich kenne, stand schon während der ersten Überlegungen auf unserem Plan. Montags, donnerstags und freitags gibt es dort, jeweils am Nachmittag ein Turnier. Wir hatten uns den Donnerstag ausgesucht – 135 Spieler hatten den gleichen Gedanken und so wurden 45 Tripletten gebildet. Wie in Frankreich üblich in Form des Melée, d.h. die Formationen wurden aus den angemeldeten Personen per Los gebildet. Lizenz war an diesem Nachmittag natürlich Pflicht. Unseren Rheingauer Boulern wurden ausnahmslos französische Teampartner zugelost. So weit – so gut. Aber die Art der Teambildung sorgte für die erste Verwirrung: Team 39 – CACERES Francois, JULLIARD Camille, KITZMANN Steffen – wunderbar, aber wer sind die beiden, mit denen Steffen spielen sollte? Niemand hatte eine Nummer oder sonst ein Kennzeichen und bei uns war es mit der französischen Sprache auch nicht so weit her.
Jugendförderung à la Boule Club RHEINGAU
Für den Donnerstag stand ein ganz besonderer Programmpunkt auf der Agenda. Steffen Kitzmann, der mit Hilfe eines Sponsorenbeitrages kostenlos an dieser Fahrt in die Provence teilnehmen konnte, war zusammen mit seinem „Spezi“ Marcel Böhm aus Münster-Sarmsheim, mit dem er bereits einige Jugendturniere erfolgreich gespielt hat, zu einer Überraschung nach Caromb eingeladen. Beide machten sich schon seit Wochen Gedanken, was sie dort erwarten würde. Begleitet vom Tross der Mitfahrer machte man sich auf den Weg nach Caromb, etwa 12 km von Malaucène entfernt. Am Ende des Orts bog man ein in Richtung eines Sportgeländes mit mehreren Tennisplätzen. Hier wurden die Autos abgestellt und nach der nächsten Ecke erwartete uns ein großes Boulodrome. 64 Plätze, hier in der Provence keine Seltenheit, selbst in kleineren Orten – dazu neben den eigentlichen Spielbahnen noch einige durchaus ordentliche „Reserveplätze“.
Kultur und Boule
Avignon, die Stadt der Päpste im 14. Jahrhundert, stand am Mittwoch auf dem Programm. Der erste Eindruck: In dieser Stadt stoßen auch moderne Navigationssysteme (oder ihre Anwender) an Grenzen. Nach einer, wie wir später feststellten, völlig unnötigen Tour durch die Altstadt fanden wir die riesige, von Kennern der Stadt empfohlene Tiefgarage direkt unter dem Place du Palais. Nur wenige Treppenstufen nach oben und wir standen direkt vor dem Palais des Papes. Absolut beeindruckend. Ein Teil der Gruppe entschloss sich zu einer Führung im Palais. Die imposante Größe der Räume, deren Einrichtung nach den Schilderungen erst in den folgenden Jahrhunderten nach und nach geplündert wurden, lässt aber immer noch ahnen, welche Pracht hier seinerzeit entfaltet wurde.
Sehen – Staunen – Siegen
Provence – Anfang April – in Malaucène am Fuße des Mont Ventoux. Hier ist schon richtig Frühling. 13 Mitglieder des Boule Club Rheingau und Angehörige haben sich aufgemacht in das Mekka des Pétanquesports. Aber es gibt hier viel mehr, als nur mehr oder weniger nutzlos Eisenkugeln durch die Gegend zu werfen. Das Wetter ist mit uns und so können wir unser vorbereitetes Programm gut durchziehen. Aber was macht man nun konkret um diese Zeit in der Provence?
