Wallufer Winterboule – eine Betrachtung von Willi

Willi beim Vorlesen seines von Ihm verfassten Gedichts zum 'Boule im Winter'. Der Bouletreff am Mittwochnachmittag in Walluf hat eine lange Tradition und offensichtlich eisenharte Teilnehmer. So ist auch in diesem, für den Rheingau ungewöhnlich harten Winter bisher noch kaum ein Bouletreff ausgefallen. Wenn es denn auf den Karl-Hans-Schmidt-Platz in Walluf überhaupt nicht geht, dann weicht man eben nach Wiesbaden Schierstein unter die Autobahnbrücke aus – dort ist es zumindest von oben trocken.

So war es auch am heutigen Mittwoch selbstverständlich, dass gegen halb Drei Einer nach dem Anderen auf dem Platz in Walluf erschien. Nach und nach kamen dann zwölf Spielerinnen und Spieler zusammen. Vor dem Auslosen der dritten Spielrunde überraschte Wilhelm „Willi“ Burkard die anwesenden Boulisten mit einem selbstverfassten Gedicht:

Boule im Winter

Hallo ihr Boulinen und Boulisten
jeden Mittwoch stehen wir auf den Pisten
im tiefsten Winter, bei Schnee und Eis
doch ganz freiwillig wie ein jeder weiß
wir werden nicht gezwungen und nicht gemobbt
doch manchmal denke ich, wir sind bekloppt.

Den Bouleplatz finden wir oft dick mit Schnee bedeckt
dann wird erst einmal der Volker geweckt
der rückt dann die Schneeschaufel und den Besen heraus
dann gucken wir uns einen Freiwilligen aus
der fühlt sich dann so wie der Deppe
und fängt gleich an den Schnee zu scheppe.

Sind dann zwei Bahnen vom Schnee befreit
dann endlich sind wir zum Spielen jetzt bereit
die Kugeln werden ausgepackt, das tut gut klappen
nur manchem fehlt halt noch der Lappen
um die Kugel ab zu putzen
doch oftmals tut das nicht viel nutzen.

Mit Schnee paniert und eisig glatt
kein gutes Gefühl man hat
anstatt zum Ziele hin zu schweben
bleibt sie einem an den Fingern kleben
ein Fehlschuss ist so vorprogrammiert
der Eberhard sagt dann konsterniert
auf seine eigene vornehme Weise
mein letzter Schuss der war echt sch—ade.

Der Willi versucht eine Kugel zu platzieren
vergisst den gefrorenen Boden mit einzukalkulieren
die Kugel kommt weit neben dem Schweinchen zur Ruh
lakonisch meint er dann dazu
„merde auch“, so kann man’s hören
die Hauptsache ist, die tut keinen anderen stören.

Stehen wir so in der Kälte, kommt oft der Gedanke
Ist das denn wirkliche noch Pétanque?
zum Boule spielen braucht man doch Pastis, Sonne und Wärme
und keinen Frost oder heißen Tee und Glühwein im Gedärme.

Eingemummelt in wattierten Jacken
mit dicken Wollschals um den Nacken
und Pudelmützen bis über die Ohren
mit roten Nasen halb erfroren
mit langen Unterhosen und dicken Socken
da gehört schon viel dazu, uns hinterm Ofen hervor zu locken.
Spaziergänger die uns sehen sagen laut und klar
„Aha, die Boule YETIS sind wieder da“.

Ziehe ich daraus ein Resümee, dann muss ich gestehn
Boule spielen ist bei jedem Wetter schön.

Wilhelm Burkard

Die Wallufer Boulespieler lauschen Willi Sein Gedicht wurde von den anwesenden Spielerinnen und Spielern mit Beifall bedacht und soll hier auch denen zur Kenntnis gegeben werden, die an diesem Mittwoch nicht dabei sein konnten.

 

 

Keine Bildstürung sondern heftiges Schnegestöber.