{"id":3080,"date":"2011-07-23T23:26:51","date_gmt":"2011-07-23T21:26:51","guid":{"rendered":"\/\/boule-im-rheingau.de\/?p=3080"},"modified":"2014-10-31T12:41:42","modified_gmt":"2014-10-31T11:41:42","slug":"aus-einer-anderen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/boule-im-rheingau.de\/?p=3080","title":{"rendered":"Aus einer anderen Welt"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"thickbox\" title=\"Das 'Dream-Team' f\u00fcr viele Besucher: Simon Cortes, Philippe Suchaud und Philippe Quintais (im Wei\u00dfen Trikot von links) in der Begegnung gegen das Team 'Sevilla'.\" href=\"wp-content\/bilder\/2011-07-Wissembourg1-800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/bilder\/2011-07-Wissembourg1-240.jpg\" border=\"0\" alt=\"Das 'Dream-Team' f\u00fcr viele Besucher: Simon Cortes, Philippe Suchaud und Philippe Quintais (im Wei\u00dfen Trikot von links) in der Begegnung gegen das Team 'Sevilla'.\" hspace=\"10\" width=\"240\" height=\"190\" align=\"left\" \/> <\/a>Mit dem Auto in Richtung S\u00fcden &#8211; s\u00fcdliche Weinstra\u00dfe, vorbei an Landau und Bad Bergzabern &#8211; \u00fcber die deutsch-franz\u00f6sische Grenze, die sichtbar kaum noch eine ist. Aber schon ca. 700 m hinter der Grenze, in Wissembourg beginnt f\u00fcr Freunde des Kugelspiels eine andere Welt. Sehr g\u00fcnstig, direkt an der Einfahrt der Stadt aus \u00f6stlicher Richtung liegt der Place de la Foire. Dies ist, wie wir sp\u00e4ter feststellen, ein sehr gro\u00dfer Parkplatz, auf dem wohl ab und an auch Markt ist. Dieser Platz ist Austragungsort einer Veranstaltung der Turnierserie &#8222;Masters de P\u00e9tanque&#8220;, deretwegen wir hierher gekommen sind. Obwohl dieser gro\u00dfe Parkplatz wegen der Veranstaltung gesperrt ist, sind gen\u00fcgend Parkpl\u00e4tze in unmittelbarer N\u00e4he &#8211; auch das ist anders als bei uns.<\/p>\n<p><!--more-->Wir sind fr\u00fch angereist und das hat sich als richtig erwiesen. An diesem Donnerstag schienen alle LKW der Republik unterwegs und Staus, wie sie sp\u00e4ter Agnes und Johann erwischen, sind vorprogrammiert. P\u00fcnktlich zu sein ist bei einem Turnier in Frankreich auch absolut angesagt: Punkt 10:00 Uhr &#8211; nicht fr\u00fcher, aber auch keine Minute sp\u00e4ter beginnt das Turnier. Und was f\u00fcr ein Turnier! Acht Mannschaften spielen in einer Serie von sechs Turnieren, die \u00fcber ganz Frankreich verteilt sind &#8211; Wissembourg ist der \u00f6stlichste und der deutschen Grenze n\u00e4chstgelegene Austragungsort. Deshalb sind auch viele deutsche Zuschauer aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-W\u00fcrttemberg und aus dem Saarland auf den Trib\u00fcnen zu sehen. Trib\u00fcnen &#8211; ja, es gab wirklich Trib\u00fcnen rund um die zentralen vier Spielfelder. Drei Stahlrohrtrib\u00fcnen, nur f\u00fcr diese Veranstaltung aufgebaut mit jeweils ca. 350 Sitzpl\u00e4tzen. Dazu zwei \u00fcberdachte Podien f\u00fcr die Jury und f\u00fcr VIP&#8217;s. Insgesamt Platz f\u00fcr ca. 1.300 &#8211; 1.400 Zuschauer, die am Nachmittag auch erreicht wurden.<\/p>\n<p>Die vier Spielfelder waren \u00fcberraschend einfach hergerichtet. Es handelte sich, wie schon gesagt, um\u00a0einen gro\u00dfen Parkplatz. Dieser ist ganz normal asphaltiert. Auf dem Asphalt wurde eine d\u00fcnne Schicht\u00a0gewaschener Sand ausgebracht. Auf dem Sand wurden in lockerer Dichte Steine mit 10 &#8211; 30 mm Durchmesser verstreut\u00a0&#8211; fertig war der Turnierplatz. Nicht ganz, denn um die Spielfelder war eine Schnur als Abgrenzung gespannt. Ganz akurat war au\u00dferhalb der Schnurbegrenzung ein andersfarbiger, deutlich dunklerer Sand gestreut. Daran schlossen sich rundum Werbebanden an, die gleichzeitig als Kugelfang dienten. Dann ein Kunststoffrasenrollteppich und schlie\u00dflich die Trib\u00fcnen. Das alles machte einen \u00fcberaus guten und professionellen Eindruck. \u00dcbrigens waren au\u00dferhalb dieses Carrees weitere Spielbahnen in gleicher Weise hergerichtet, auf denen am Vortag die Jugendlichen ihr &#8222;Masters&#8220; gespielt hatten.<\/p>\n<p>Unter der d\u00fcnnen Sandschicht der harte Asphalt &#8211; man h\u00f6rte jede Kugel aufschlagen. Aber hier war die Weltelite am Start und man konnte nur staunen, wie die Spieler mit dem Boden zurecht kamen &#8211; meistens jedenfalls. Erste Erkenntnis f\u00fcr uns: Das ist ein durchaus guter und anspruchsvoller Bodenbelag &#8211; besser jedenfalls als die Rotasche-Sportpl\u00e4tze. Bei diesem Belag haben alle die gleichen Bedingungen &#8211; auch noch nach Stunden eines Turniertages. Dar\u00fcber sollten wir einmal nachdenken. In der ausgiebigen Mittagspause spielten jedenfalls auch viele deutsche Besucher auf den f\u00fcr das Jugendturnier hergerichteten Bahnen und waren damit sehr zufrieden. Ein Weiteres fiel auf: Alle Mannschaften traten wirklich in Trikots auf. Wo bei uns immer wieder mal uns\u00e4gliche Diskussionen um die Trikotpflicht auftreten, ist das dort bei Sportveranstaltungen \u00fcberhaupt keine Frage &#8211; und es geht nicht nur um mehr oder minder bunte Laiberl sondern dazu geh\u00f6rt selbstverst\u00e4ndlich ein komplett einheitliches Outfit &#8211; wie halt in anderen Sportarten auch. Und zwei Schiedrichter sind dabei, die den ganzen Tag gut zu tun haben. Gemessen wird hier nur von den Schiedsrichtern, nicht nur der Kugelabstand zum Cochonnet sondern auch die Entfernung des Schweinchens zum Wurfkreis nach dem Auswerfen. 10,05 m ist zu lang &#8211; mit 9,90 m gibt man sich dann zufrieden. Das bedeutet, es wird fast durchweg die maximal zul\u00e4ssige Entfernung gespielt.<\/p>\n<p>Nun aber zu den Spielen:<br \/>\nDie von vielen, insbesondere den deutschen Besuchern als Dream-Team betrachtete Formation mit Philippe Quintais, Philippe Suchaud und Simon Cortes tat sich in der Auftaktbegegnung ausgesprochen schwer. Im Spiel gegen Christophe Sevilla, Jean Feltain und Chris Helfrick lagen die vielfachen Welt- und franz\u00f6sischen Meister schnell mit 0 : 7 zur\u00fcck. Es klappte anfangs nichts &#8211; Quintais legte ein ums andere mal viel zu kurz, Suchaud schoss L\u00f6cher und Cortes passte sich seinen beiden Kollegen an. Dann aber der erste Punkt und Hoffnung kam auf. Nach mehrfachem Wechsel der Rollen in der Formation wurde Punkt um Punkt\u00a0aufgeholt und schlie\u00dflich stand es 10 : 10. Am Ende behielt aber das Team Sevilla mit 13 : 11 die Oberhand. Schon dieses Spiel und das Ergebnis zeigt, wie eng in Frankreich die Spitze beieinander ist; ein schwacher Start und eine Partie ist verloren, ehe man richtig im Spiel ist.<\/p>\n<p>Deutlich war es in der Begegnung des Team &#8222;FRANCE&#8220; mit Jean-Michel Puccinelli, Kevin Malbec und dem erst 19-j\u00e4hrigen Dylan Rocher gegen die Lokalformation aus Wissembourg. Die jungen Spieler des Teams aus dem Elsass wurden von den einheimischen Zuschauern immer wieder angefeuert und eine 2-Punkte Aufnahme wurde fast wie ein Sieg frenetisch bejubelt. Mit einem 5 : 13 zog sich die lokale Formation gegen das aktuelle franz\u00f6sische Nationalteam noch achtbar aus der Aff\u00e4re. Das Team um Chistian Fazzino hatte ebenfalls einen schwarzen Tag erwischt. Gegen die Wild-Card-Formation Matthieu Gasparini, Christophe Sarrio und Romain Fournie &#8211; allesamt sehr gute Nachwuchsspieler noch ohne die ganz gro\u00dfen Titel &#8211; musste der \u00e4lteste Spieler im Starterfeld (Jahrgang 1956) eine 1 : 13 Niederlage quittieren. Spannender, weil ausgeglichener, war das Spiel zwischen den Nationalteams von Thailand und Madagaskar. Thailand f\u00fchrte von Anfang an klar und beim Stand von 9 : 5 schien alles auf einen klaren Sieg hin zu deuten. Aber wie so oft beim P\u00e9tanque &#8211; pl\u00f6tzlich war alles ganz anders. Thailand fing sich einen klassischen Six-Pack ein und Madagaskar f\u00fchrte mit 11 : 9. Von diesem Schock erholten sich die Spieler aus Fernost nicht mehr, die Partie ging mit 9 : 13 verloren. 1 Std 35 Min hatte dies Viertelfinale insgesamt gedauert und vier Mannschaften waren bereits aus dem Turnier ausgeschieden &#8211; so ist das halt in Frankreich, kurz und knackig. \u00dcblich in Frankreich ist auch, dass sich jetzt eine ausgedehnte Mittagspause anschloss. Viel Zeit Bekannte zu begr\u00fc\u00dfen und \u00fcber das Gesehene in der ersten Spielrunde noch einmal zu diskutieren.<\/p>\n<p>Was fiel auf?<br \/>\nZuallererst: Es wurde geschossen, was das Zeug h\u00e4lt. Eine Kugel 80 cm vor der Sau ist ebenso klares Ziel wie eine Kugel, die 30 cm hinter der Sau liegt. Das f\u00fchrt zu ausgesprochen \u00fcbersichtlichen Bildern auf dem Platz. Ein H\u00f6hepunkt in dieser\u00a0Hinsicht: Als Philippe Suchaud in einer der letzten Aufnahmen seiner Partie als letzter Spieler mit seinen zwei Kugeln in den Kreis tritt, liegt nur eine einzige Kugel im Spielfeld &#8211; 60 cm links von der Sau liegt eine gegnerische Kugel. Und was macht Philippe?\u00a0Mein geistiges Ohr h\u00f6rt jetzt schon: &#8222;Nat\u00fcrlich Legen, ist doch viel Platz!&#8220;. Aber nicht in Frankreich! Philippe schie\u00dft die gegnerische Kugel aus &#8211; seine eigene Kugel geht leider auch mit ins Aus. Das Spielfeld ist leer, obwohl inzwischen elf Kugeln gespielt sind &#8211; einfach unglaublich! Nun spielt Philippe ganz l\u00e4ssig seine letzte Kugel etwa 3 &#8211; 4 m in Richtung Schweinchen und verzeichnet einen Punkt. Das ist ganz gro\u00dfes P\u00e9tanque. Hier wird das Motto &#8222;Eine Kugel, die nicht mehr im Feld ist, kann auch keinen Punkt machen&#8220; in Perfektion vorgef\u00fchrt. Dazu braucht es allerdings absolut sichere Schie\u00dfer. Bei dieser offensiven Spielweise wird aus dem Vorleger auch schnell mal ein &#8222;Nachschie\u00dfer&#8220;.<\/p>\n<p>Wie sicher die Schie\u00dfer sind, wurde in einem kleinen Einlagewettbewerb nach der Mittagspause deutlich. Die vier am Vormittag ausgeschiedenen Teams versuchten in einem Tireur-Wettbewerb noch Punkte zu ergattern. Ein einfaches Bild &#8211; eine Kugel im 1-m-Kreis und jeder Spieler des Teams schie\u00dft zweimal aus 6, 7, 8 und 9 m Entfernung. Die Z\u00e4hlweise ist wie bei Tir-Wettbewerben \u00fcblich: 5 Punkte wenn getroffene Kugel aus dem Kreis und eigene Kugel im Kreis (Carreau), 3 Punkte wenn beide Kugeln aus dem Kreis und 1 Punkt wenn getroffene Kugel im Kreis bleibt. Bei acht Sch\u00fcssen sind so maximal 40 Punkte zu erreichen. Ein junger Mann aus dem Team &#8222;Wissembourg&#8220; schafft unter dem Jubel der Zuschauer 30 Punkte &#8211; ein Traumergebnis, das im weiteren Verlauf nur noch von Philippe Suchaud erreicht wird. Bestechend und eindrucksvoll bei diesem Wettbewerb: Mit welch hoher Trefferquote diese Spieler, egal ob Schie\u00dfer oder Leger, in diesem Wettbewerb ihr Allroundk\u00f6nnen demonstrieren. Mit insgesamt 73 Punkten siegt das Team Quintais. Team Wissembourg und Thailand m\u00fcssen nach jeweils 72 Punkten in ein Stechen nach Art des Elfmeterschie\u00dfens in Pokalspielen beim Fu\u00dfball. Abwechselnd wird geschossen &#8211; wer daneben schie\u00dft hat verloren, in diesem Fall Thailand. Eine tolle Einlage, allerdings nur solange die Klasse der Schie\u00dfer so hoch ist wie hier. Und eine weitere Erkenntnis: Keiner dieser hochklassigen Spieler schie\u00dft mit Kraft. Das sieht alles ganz locker aus und bei einigen Spielern, insbesondere bei Philippe Suchaud sieht man einen wundersch\u00f6nen Bogen beim Schuss. Und ein &#8218;Carreau sur place&#8220; ist hier anscheinend das normalste Ereignis der P\u00e9tanquewelt.<\/p>\n<p>Inzwischen hat das Fernsehteam ganze Arbeit geleistet. Auf dem Platz sind insgesamt f\u00fcnf Kameras verteilt, eine sogar an einem sog. &#8222;Galgen&#8220;. Letztere kann auch Bilder aus der Vogelperspektive liefern, was bei engen Situationen rund ums Schweinchen deutlich bessere \u00dcbersicht verschafft. Entsprechend viel Personal ist dabei: Kameraleute, Reporter, Interviewer, Bild- und Tontechniker und nat\u00fcrlich ein Regisseur. \u00dcbertragen wird im franz\u00f6sischen Bezahlfernsehen Sport+ und sp\u00e4ter in einer Zusammenfassung bei France 3. Kleine Ausschnitte gibt es aber auch im Internet.\u00a0<br \/>\n\u00dcbrigens: Bei einem solchen Turnier spielen die Spieler des einen Teams mit dunklen, die des anderen Teams mit hellen Kugeln &#8211; ein Supersevice, nicht nur f\u00fcr&#8217;s Fernsehen sondern auch f\u00fcr die Zuschauer.<\/p>\n<p><a class=\"thickbox\" title=\"Zum Halbfinale am Nachmittag sind die Trib\u00fcnen voll besetzt.\" href=\"wp-content\/bilder\/2011-07-Wissembourg3-800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/bilder\/2011-07-Wissembourg3-240.jpg\" border=\"0\" alt=\"Zum Halbfinale am Nachmittag sind die Trib\u00fcnen voll besetzt.\" hspace=\"10\" width=\"240\" height=\"135\" align=\"left\" \/> <\/a>Inzwischen ist es 15:00 Uhr und p\u00fcnktlich beginnt die Show. Drei Pom-Pom-Girls tanzen zu hei\u00dfer Musik und der Moderator \u00fcberschl\u00e4gt sich fast bei der Vorstellung der jungen Damen. Offizielle m\u00fcssen vor einem solchen Ereignis auch in Frankreich zu Wort kommen. Aber dann geht es los. Team &#8222;FRANCE&#8220; gegen das Team &#8222;Sevilla&#8220;. Man reibt sich die Augen &#8211; drei Aufnahmen sind gespielt und es steht bereits 12 : 0 f\u00fcr das Team &#8222;Sevilla&#8220;. Was ist da los beim franz\u00f6sischen Nationalteam? Ratlosigkeit auch bei den Spielern. In der vierten Aufnahme ein Punkt f\u00fcr &#8222;FRANCE&#8220;. Aber das war nur ein kurzes Aufflackern. Die n\u00e4chste Aufnahme bringt bereits das Ende: 13 : 1 und nur ganz knapp einem Fanny entgangen. Reichlich niedergeschlagen verl\u00e4sst das franz\u00f6sische Nationalteam bereits nach nur 35 Minuten den Platz.<\/p>\n<p>Ganz anders die zweite Halbfinalbegegnung, auf die man sich jetzt ungeschm\u00e4lert konzentrieren kann. Das Team &#8222;Wild Card&#8220; gegen Madagaskar. W\u00e4hrend die andere Partie bereits zu Ende ist, steht es hier gerade mal 2 : 2. Bereits zweimal wurde die Zielkugel ausgeschossen. Die Begegnung entwickelt sich weiterhin ausgesprochen eng. Und es gibt tolle H\u00f6hepunkte. Einen solchen kann man in einem vom Veranstalter bei Dailymotion eingestellten Video (<a href=\"http:\/\/www.dailymotion.com\/video\/xk1w1q_journal-masters-de-petanque-2011-episode-3-1-2-finale-wissembourg_sport\" target=\"_blank\">Journal Masters de P\u00e9tanque 2011 : Episode 3&#8230;<\/a> <em>von <a href=\"http:\/\/www.dailymotion.com\/petank-quarterback\" target=\"_blank\">petank-quarterback<\/a>\u00a0 &#8211;\u00a0 ca. 10 Minuten)<\/em> sehen. Ganz gro\u00dfer Sport! Letztlich beweist aber auch das Team aus Madagaskar, dass auch Top-Spieler mal ein Spiel total &#8222;verdaddeln&#8220;. F\u00fcnf Kugel auf der Hand, der Gegner ist leer und hat nicht wirklich \u00dcberragendes zustande gebracht. Statt sich den Weg frei zu schie\u00dfen (bei diesem Schie\u00dfer \u00fcberhaupt kein Problem), versucht man zu legen und bleibt prompt ein ums andere Mal an den vorne liegenden Kugeln des Gegners h\u00e4ngen. Statt m\u00f6glichem Sieg ein mentaler Tiefschlag und kurz danach das Ende der Partie &#8211; mit 13 : 8 macht das Team &#8222;Wild Card&#8220; den Sack zu und steht im Finale. Diese Partie war die l\u00e4ngste des Tages und hat den Zeitplan erstmals durcheinander gebracht &#8211; man ist eine Stunde hinter dem geplanten Zeitablauf.<\/p>\n<p><a class=\"thickbox\" title=\"Bei der Siegerehrung nach dem Finale ist das Fernsehen mit vier Kameras dabei - das zeigt, welchen Stellenwert P\u00e9tanque in Frankreich hat.\" href=\"wp-content\/bilder\/2011-07-Wissembourg2-800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/bilder\/2011-07-Wissembourg2-240.jpg\" border=\"0\" alt=\"Bei der Siegerehrung nach dem Finale ist das Fernsehen mit vier Kameras dabei - das zeigt, welchen Stellenwert P\u00e9tanque in Frankreich hat.\" hspace=\"10\" width=\"240\" height=\"135\" align=\"left\" \/> <\/a>Nach einer kurzen Pause kommen wieder die Pom-Pom-Girls und dann werden die Spieler des Finals einzeln vorgestellt, dazu die Schiedsrichter und die Jury &#8211; alles so, wie bei einem richtig gro\u00dfen Sportereignis &#8211; ist ja schlie\u00dflich auch eins. Das Finale h\u00e4lt dann allerdings nicht mehr das Niveau der vorangegangenen Spiele. War die Pause f\u00fcr das Team &#8222;Sevilla&#8220; vielleicht doch zu lang? Jedenfalls kam man nicht ins Spiel und dann zweimal taktisches Vabanque mit dem Versuch, die Sau ins Aus zu schie\u00dfen.\u00a0Dabei sind vier Fehlsch\u00fcsse nicht nur t\u00f6dlich sondern auch f\u00fcr der Moral der absolute GAU. Das war bei den Spielern auch deutlich zu sehen. Das Team fiel regelrecht auseinander. 5 : 13 war die Quittung und die &#8222;Jungen Wilden&#8220; hatten nicht nur dieses Turnier gewonnen sondern f\u00fchren jetzt auch die Gesamtwertung dieser Turnierserie an.<\/p>\n<p>Ein Tag, an dem wir gro\u00dfen P\u00e9tanquesport gesehen haben, ging zu Ende. Eigentlich war geplant, noch in Wissembourg essen zu gehen, aber nachdem wir schon zu Mittag gut gegessen hatten, haben wir das auf einen anderen Tag verschoben. Wissembourg\u00a0\u00a0war eine Reise wert &#8211; in jeder Hinsicht &#8211; und wir werden wieder kommen, auch ohne ein P\u00e9tanqueturnier. Und mit der Verarbeitung der gewonnenen Eindr\u00fccke werden wir auch noch eine Weile besch\u00e4ftigt sein. Offen bleibt am Ende nur eine Frage: Wie finanziert sich das Ganze? Erheblicher Aufwand der Organisatoren, die Spieler werden auch nicht nur f\u00fcr die Ehre spielen und Eintritt wird nicht erhoben. Wie geht das? Egal, ich kann allen nur raten, beim n\u00e4chsten Mal dabei zu sein, wenn es in erreichbarer Entfernung wieder hei\u00dft: Boulespiel wie in einer anderen Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Auto in Richtung S\u00fcden &#8211; s\u00fcdliche Weinstra\u00dfe, vorbei an Landau und Bad Bergzabern &#8211; \u00fcber die deutsch-franz\u00f6sische Grenze, die sichtbar kaum noch eine ist. Aber schon ca. 700 m hinter der Grenze, in Wissembourg beginnt f\u00fcr Freunde des Kugelspiels eine andere Welt. 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