{"id":2856,"date":"2011-04-11T21:36:57","date_gmt":"2011-04-11T19:36:57","guid":{"rendered":"\/\/boule-im-rheingau.de\/?p=2856"},"modified":"2011-04-11T21:49:51","modified_gmt":"2011-04-11T19:49:51","slug":"und-das-chaos-gewinnt-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/boule-im-rheingau.de\/?p=2856","title":{"rendered":"Und das Chaos gewinnt doch"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"thickbox\" title=\"Turnier im Boulodrome von Carpentras. Alles Kreuz und Quer und dazwischen noch Zuschauer auf ihren St\u00fchlen. Und trotzdem funktioniert alles bestens - bewundernswert.\" href=\"wp-content\/bilder\/2011-03-Carpentras1-800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/bilder\/2011-03-Carpentras1-240.jpg\" border=\"0\" alt=\"Turnier im Boulodrome von Carpentras. Alles Kreuz und Quer und dazwischen noch Zuschauer auf ihren St\u00fchlen. Und trotzdem funktioniert alles bestens - bewundernswert.\" hspace=\"10\" width=\"240\" height=\"180\" align=\"left\" \/> <\/a>Nach der Bouletrainingsstunde mit vielen a-ha-Erlebnissen bei den Trainingsteilnehmern und den Begleitenden stand am Nachmittag das Turnier in Carpentras an. Das Boulodrome von Carpentras, f\u00fcr mich das sch\u00f6nste, das ich kenne, stand schon w\u00e4hrend der ersten \u00dcberlegungen auf unserem Plan. Montags, donnerstags und freitags gibt es dort, jeweils am Nachmittag ein Turnier. Wir hatten uns den Donnerstag ausgesucht &#8211; 135 Spieler hatten den gleichen Gedanken und so wurden 45 Tripletten gebildet. Wie in Frankreich \u00fcblich in Form des Mel\u00e9e, d.h. die Formationen wurden aus den angemeldeten Personen per Los gebildet. Lizenz war an diesem Nachmittag nat\u00fcrlich Pflicht. Unseren Rheingauer Boulern wurden ausnahmslos franz\u00f6sische Teampartner zugelost. So weit &#8211; so gut. Aber die Art der Teambildung sorgte f\u00fcr die erste Verwirrung:\u00a0 Team 39 &#8211; CACERES Francois, JULLIARD Camille, KITZMANN Steffen &#8211; wunderbar, aber wer sind die beiden, mit denen Steffen spielen sollte? Niemand hatte eine Nummer oder sonst ein Kennzeichen und bei uns war es mit der franz\u00f6sischen Sprache auch nicht so weit her.<\/p>\n<p><!--more-->Gro\u00dfes Gewusel nach Aush\u00e4ngen der Liste mit den Teamformationen. Jetzt zeigte es sich als grandiose F\u00fcgung, dass wir als Gruppe am Morgen in Caromb Sebastien und Christhophe bereits kennen gelernt hatten. Beide waren uns in r\u00fchrender Bem\u00fchtheit behilflich, unsere Partner zu finden. Die Beiden kannten anscheinend Jeden. Kaum zu glauben, aber nach gut f\u00fcnf Minuten hatten sich alle Teams gefunden. Ich wei\u00df nicht, ob das in Deutschland bei einem Turnier m\u00f6glich w\u00e4re. Aber es sollte an diesem Nachmittag noch viel besser kommen.<\/p>\n<p>Absolut erstaunlich: Das Turnier begann punkt 15:00 Uhr. Keine zeitliche Zugabe\u00a0&#8211; alle Spieler waren zeitig eingeschrieben &#8211; bei Start des Turniers musste nach Niemandem gefahndet werden &#8211; absolut beeindruckend.<\/p>\n<p>Das Boulodrome von Carpentras besteht links von der Getr\u00e4nkeausgabe, die gleichzeitig im hinteren Teil Turnierb\u00fcro ist, aus einigen klar abgegrenzten Bahnen &#8211; ordentlich, wie wir sie von vielen Turnieren und Boulepl\u00e4tzen in Deutschland kennen. Aber dort spielte niemand. Alle fanden sich in dem gro\u00dfen freien Gel\u00e4nde unter den riesigen Platanen ein, die, obwohl noch ohne Laub, allein mit Ihren Zweigen bereits einigen Schatten spendeten &#8211; bei \u00fcber 25 Grad war das auch durchaus willkommen. Aber in diesem Bereich waren keinerlei Spielfelder markiert. Also wurde Terra-libre (freies Gel\u00e4nde) gespielt. Bei 45 Teams waren 22 Partien (+ ein Freilos) zu spielen. Absolut verr\u00fcckt: nach der Platzwahl per M\u00fcnze verteilten sich unter Leitung der franz\u00f6sischen Teammitglieder die Mannschaften quer \u00fcber den Platz. Entsprechend dem Reglement f\u00fcr Terra Libre wurde nun in jeder Richtung gespielt. Jedem Ordnungsfanatiker in Deutschland w\u00e4re jetzt sp\u00e4testens das Herz stehen geblieben. Nun scheinen die franz\u00f6sischen Spielerinnen und Spieler \u00fcber ein zus\u00e4tzliches Paar Augen zu verf\u00fcgen.\u00a0Wird nebenan geschossen, bleiben in dem Moment\u00a0alle anderen Spieler still stehen. Nach hinten wird von den Mitspielern abgedeckt und ist eine Kugel, weil daneben geschossen oder weil getroffen, all zu weit unterwegs, wird sie einfach angehalten und als AUS erkl\u00e4rt &#8211; ganz locker und niemand regt sich auf. Die Partie daneben l\u00e4uft im stumpfen Winkel gegen die eigene Spielrichtung und niemand hat damit ein Problem.<\/p>\n<p>Als ob dies alles f\u00fcr die ordnungsliebende deutsche Seele noch nicht genug Belastung w\u00e4re, gruppieren sich sp\u00e4testens nach der zweiten Runde in erheblichem Umfang Zuschauer um die interessanten Spiele. Die haben nat\u00fcrlich St\u00fchle dabei &#8211; man will ja schlie\u00dflich nicht so lange stehen. Weil aber die Spielrichtung nicht konstant in einer Richtung hin und her ist, entfernt sich ein Spiel schnell einmal von der gerade formierten Sitzreihe. \u00dcberhaupt kein Problem! Alle schnappen brav ihren Stuhl und wandern dem geworfenen\u00a0Schweinchen hinterher. Man kann sich ein heimliches Lachen kaum verkneifen, wie alle mit dem Stuhl unter dem Allerwertesten in halb geb\u00fcckter Haltung \u00fcber den Platz schleichen. Unglaublich &#8211; aber wo wir ob des Durcheinanders dem Herzschlag nahe w\u00e4ren, l\u00e4uft hier alles ohne Probleme. Ein Spieler wirft das Schweinchen in Richtung einer Sitzgruppe, in der sich auch ein Rollstuhlfahrer befindet &#8211; kein Problem, der Rollstuhlfahrer legt wortlos den R\u00fcckw\u00e4rtsgang ein und alle anderen heben in schon beschriebener Weise ihren Stuhl hinter dem R\u00fccken, gehen zwei Meter zur\u00fcck und das Spiel kann beginnen. Wir sind alle miteinander total irritiert.<\/p>\n<p><a class=\"thickbox\" title=\"Reiner und Klaus mit ihrem Teampartner Jean Louis Roux im Preisgeld des Turniers von Carpentras. Die H\u00f6he wird nicht verraten, das Finanzamt h\u00f6rt mit. Aber wichtig ist sowieso nur die Platzierung.\" href=\"wp-content\/bilder\/2011-03-Carpentras2-800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"wp-content\/bilder\/2011-03-Carpentras2-240.jpg\" border=\"0\" alt=\"Reiner und Klaus mit ihrem Teampartner Jean Louis Roux im Preisgeld des Turniers von Carpentras. Die H\u00f6he wird nicht verraten, das Finanzamt h\u00f6rt mit. Aber wichtig ist sowieso nur die Platzierung.\" hspace=\"10\" width=\"240\" height=\"180\" align=\"left\" \/> <\/a>Auch dieses Turnier wird, wie alle bisherigen Turniere, wieder im Modus A-B-ko gespielt. Das bedeutet, dass die erste Partie dar\u00fcber entscheidet, ob man im A-Turnier (Concour) oder im B-Turnier (Consolante) weiterspielt. Bei der n\u00e4chsten Partie scheidet der jeweilige Verlierer bereits aus. Hart, aber auch irgendwie fair. So hat man nur zwei Spiele garantiert. Wir haben dar\u00fcber nachgedacht und diskutiert und sind zu der Meinung gekommen: Ein guter Turniermodus! Wer, wie so oft bei uns, ins Feld gef\u00fchrt, mehr Spiele spielen m\u00f6chte, muss schlicht und ergreifend mehr \u00fcben, damit man besser wird und um dann im Wettbewerb weiter zu kommen. Ganz einfach. So beginnen hier nahezu alle\u00a0Turniere\u00a0um 15:00 Uhr und sind normalerweise gegen 19:00 Uhr sp\u00e4testens beendet. Dabei ist es durchaus nicht un\u00fcblich, dass sich die beiden besten Teams das Finale schenken und das Preisgeld teilen. Das hatten wir schon von Klaus Mohr geh\u00f6rt und hier haben wir es erlebt. Aber auch das ist kein Problem &#8211; man hat bis zu diesem Zeitpunkt so viele gute Spiele gesehen, dass es auf ein Spiel mehr oder weniger nicht mehr ankommt. Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist die Tatsache, dass hier keine Cadrage gespielt wird, um einen Turnierbaum durch eine 2-er Potenz der Teilnehmer symetrisch zu machen. Damit wird auch vermieden, dass zu Anfang viele Mannschaften besch\u00e4ftigungslos in der Gegend herumsitzen. So kann es allerdings vorkommen, dass gegen Ende drei Mannschaften im Halbfinale stehen. Auch das ist kein Problem &#8211; eine Mannschaft kommt eben per Freilos ins Finale, die anderen beiden Mannschaften spielen ihr Halbfinalspiel. Es scheint mir eine konsequente Auslegung der Regel, dass zu einem Weiterkommen in einem gut besetzten Turnier auch ein wenig Losgl\u00fcck geh\u00f6rt. Dabei erscheint es unwichtig, ob man Losgl\u00fcck in der ersten oder der letzten Runde hat.<\/p>\n<p>Es g\u00e4be noch so vieles zu berichten &#8211; so zum Beispiel die Erkenntnis, dass es in diesem, wie in jedem anderen Turnier, ganz excellente Spieler gibt, die hier bei uns alles abr\u00e4umen w\u00fcrden, dass aber beileibe nicht alle Franzosen excellent spielen, bei einigen k\u00f6nnen wir durchaus voll mithalten. Es g\u00e4be auch zu berichten, dass beim Boulespiel k\u00f6rperliche Behinderungen \u00fcberhaupt keine Rolle spielen. So kam ein Spieler der gegnerischen Mannschaft mit zwei Kr\u00fccken (korrekt: Unterarmgehhilfen) in den Kreis. Die Kr\u00fccken waren per B\u00e4ndsel am Hoseng\u00fcrtel festgebunden. Im Kreis lie\u00df er die Kr\u00fccken einfach fallen, warf seine Kugel und zog danach an den B\u00e4ndseln die Kr\u00fccken wieder heran und ging aus dem Kreis &#8211; unglaublich. Weiter ist zu berichten, dass w\u00e4hrend der Partie allerh\u00f6chste Konzentration herrscht &#8211; man quatscht nicht. Danach ist man wieder frei und das Mundwerk steht nicht still.<\/p>\n<p>Es gab, wie berichtet, viel zu lernen an diesem Nachmittag &#8211; unter anderem die Erkenntnis, dass f\u00fcr ein solches Turnier unsere Spielst\u00e4rke noch nicht wirklich ausreicht. Aber wir werden viel \u00fcben und dann wiederkommen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Bouletrainingsstunde mit vielen a-ha-Erlebnissen bei den Trainingsteilnehmern und den Begleitenden stand am Nachmittag das Turnier in Carpentras an. Das Boulodrome von Carpentras, f\u00fcr mich das sch\u00f6nste, das ich kenne, stand schon w\u00e4hrend der ersten \u00dcberlegungen auf unserem Plan. Montags, donnerstags und freitags gibt es dort, jeweils am Nachmittag ein Turnier. 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